Home/Mode    Accessoires    Schnittmuster    Kochrezepte    Gesellschaftsleben    Kontakt




Baumwollkleid, weiß


Das zweite weiße Kleid wird aus Baumwolle gefertigt. Das Oberteil soll in Wickeloptik gestaltet werden mit Frontverschluss. Um etwas Farbe in die Geschichte zu bringen, bekommt das Kleid Verzierungen aus rotem Satinband. Die Vorlage für die Verzierung habe ich einem Original Modekupfer von 1808 gefunden.

Material: weiße Baumwolle und roter Satin

Schnittmuster: La Mode Bagetelle

Und auch bei diesem Kleid habe ich mich an eine Skizze versucht.



Original
So, wie das Oberteil rechts, möchte ich auch mein Kleid verzieren.

Skizze
Ich hoffe, dass ich es hinkriege, aber nur der Versuch macht klug.

Bereits vor ein paar Wochen habe ich das Kleid fertig bekommen, aber da mein Nähplan sehr eng abbgesteckt war, ich wollte ja drei Kleider mit nach Paris nehmen, kam ich erst jetzt dazu, Mitte Juli, die Bilder hochzuladen und einen kleinen Bericht zu verfassen.

Die Umsatzung klappte soweit ganz gut, das Kleid an sich war nicht so kompliziert, der Schnitt von La Mode Bagatelle musste nur wieder auf einen Frontverschluss abgeändert werden, doch aufgrund der Wickeloptik, erwies es sich doch als etwas kniffliger, wie nun die Bänder für den inneren Verschluss zu legen wären. Aber der Reihe nach.

Der erste Schritt war natürlich das Oberteil, dieses zusammenzunähen war leicht und ging recht flott von der Hand, ein Abend Handarbeit und das Oberteil war fertig. Dann kam die erste Herausforderung, die Bändchenverzierung. Entsprechend der Vorlage habe ich die Bänder aus Satin zunächst nur angepinned, um das voraussichtliche Ergebnis nochmals zu überprüfen. Entlang des Ausschnittes war ich mit dem Ergebnis gleich zufrieden, die Längen und Positionen der kurzen Bänder, die leicht schräg am Rücken verliefen waren etwa kniffliger, denn sie sollten ja eine schöne Optik am Ende ergeben. Wie sich herausstellte, waren die Bänder entlang der Rückennaht das eigentliche "Drama", denn mit der Position direkt entlang der Rückennaht, wäre der Abstand so rieisig geworden, dass ich mich gleich noch breiter gefühlt hätte, also habe ich die Bänder zur Taille hin ein wenig weg von der Naht verlaufen lassen, so dass sie sich am Ende dichter bei der Rückenmitte finden. Damit war ich dann zufrieden und alle Bänder konnten einzeln aufgenäht werden. Da es mein erstes Kleid, in weiß war, das erste Kleidungsstück, dass keine Leibwäsche darstellt, war ich natürlich besonders vorsichtig, denn mir passiert es sonst sehr gern, dass ich jedes Kleidungsstück mit meinem eigenen Blut zu tränken.

Try1
Das Oberteil mit der Probepinnung, keine Sorge mit dem Verschluss sieht man dann auch das Unterkleid nicht mehr.

Try2
So hätten die Bänder mit der Führung entlang der Rückennaht ausgesehen. Geht gar nicht, rein optisch betrachtet.

next
Die vordere Partie und die Ärmel fertig verziehrt, sicherlich hätte man die kleinen Dellen mit einem Schrägband ausgleichen können, aber soweit ich in Erfahrung bringen konnte, gab es dieses zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch nicht.

fnish
Und die fertige Rückenpartie, die Enden werden noch hübsch geschnitten, aber erst wenn der Rock dran ist.

mit Rock
Hier das Kleid mit Rock in voller Länge, wer genau hinsieht, bemerkt, dass ich den Rock auf links angepinnt habe.

mit Rock
Fertig ist das Werk.

seite


back
von hinten

seite2

Wie nun habe ich das Problem mit dem Verschluss gelöst? Nun ich habe an beiden Seitennähten Haken zum verschließen angebracht und es sind je zwei lange Bänder angebracht. Jeweils so, dass ich sie entgegengesetzt zu binden kann, also an jeder Seite ist einmal ein Band zum Binden und Haken zum Verschließen angebracht.

Nun bleibt nur noch ein Problem zu lösen: zu welcher Gelegenheit führe ich das gute Stück aus? mein Ursprünglicher Plan war ja, dieses Kleid in Fontaineblaeu, aber da ich von dort keine Rückmeldung erhalten hatte, wurde der Plan auf Eis gelegt. Ich wollte nicht eine Stunde aus Paris fahren mit der Bahn, nur um dann am Einlass den Zutritt verweigert zu bekommen. Gesucht ist nun also eine Örtlichkeit, die nach Empire schreit, spontan fällt mir da Charlottenburg ein, auf den Spuren von Königin Louise, auch wenn ich Ihren Rivalen bevorzuge.